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Pressemitteilung -

Pilotprojekt von SH Netz senkt Stromnetz-Kosten: Erster flexibler Netzanschluss für Biogasanlage

Premiere im Norden: Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen den schnelleren Anschluss für Grünstrom-Einspeiser und die Verringerung der Netzausbaukosten

Grünstrom immer dann einspeisen, wenn im Stromnetz Kapazitäten frei sind: Dieses einfache wie clevere Prinzip steckt hinter dem Begriff des „flexiblen Netzanschlussvertrags“. Seit kurzem ermöglicht das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) solche Verträge, etwa wenn das Stromnetz bereits stark ausgelastet ist und Abschaltungen oder Anschlussverzögerungen drohen. Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) und Bioenergie Kropp (Kreis Schleswig-Flensburg) haben nun den ersten derartigen Vertrag für Schleswig-Holstein unterzeichnet.

„Flexible Netzanschlussverträge leisten einen wichtigen Beitrag zu einer bezahlbaren Energiewende, indem vorhandene Netzkapazitäten effizienter genutzt und kostenintensiver Netzausbau reduziert werden können. Wir freuen uns, dieses Pilotprojekt gemeinsam mit der Bioenergie Kropp in unserem Netzgebiet starten zu können“, sagt Lisa Hebenstreit, Geschäftsführerin Technik von SH Netz.

Konkret bedeutet der neue Vertrag, dass der Betreiber der Biogasanlage seinen erneuerbaren Strom in vorab festgelegten Zeiträumen in das Netz einspeist. Das gilt vor allem für die Morgen- und Abendstunden, wenn einerseits besonders viel Strom benötigt wird, aber nur begrenzt Strom aus den lokalen PV-Anlagen zur Verfügung steht. Die im Vertrag ausgewiesenen Zeitfenster berücksichtigen hierbei sowohl tages- als auch jahreszeitliche Schwankungen der Netzauslastung. Dadurch kann der Anlagenbetreiber die Fahrweise der Biogasanlage mit ihrer Leistung von acht Megawatt entsprechend planen. Eine kontinuierliche Anpassung der Anlage in Echtzeit ist also nicht erforderlich.

„Mit dieser ersten flexiblen Netzanschlussvereinbarung haben wir eine innovative Lösung in die Praxis umgesetzt. Der offene Austausch und die enge Zusammenarbeit mit Bioenergie Kropp waren dabei ein zentraler Erfolgsfaktor“, sagt Jan-Arne Panten, bei SH Netz für das Projekt verantwortlich. „Der stark durch Photovoltaik geprägte Standort in Kropp eignet sich besonders gut für dieses Pilotprojekt, da sich die Einspeisezeiten zum Sonnenauf‑ und ‑untergang sowie auf Basis historischer Daten verlässlich vorab festlegen lassen“, ergänzt seine Kollegin Imke Hebbeln von SH Netz.

In Kombination mit einem geplanten Wärmespeicher soll die Biogasanlage künftig auch klimafreundliche Wärme für Kropp bereitstellen, unter anderem für Schulen, Kindergärten, Turnhallen und Pflegeeinrichtungen. „Dieses Pilotprojekt zeigt, was möglich ist, wenn man offen für neue Wege ist. Die Kooperation mit SH Netz war dabei entscheidend. Jetzt können wir unser Vorhaben schneller realisieren, saubere Energie einspeisen und die Gemeinde Kropp zusätzlich mit klimaneutraler Wärme versorgen. Darauf sind wir wirklich stolz“, sagt Karsten Schwitzer, Betreiber Bioenergie Kropp.

SH Netz entwickelt derzeit weitere flexible Netzanschlussvereinbarungen für unterschiedliche Technologien und Anwendungsfälle, um auch in Windenergieregionen, deren Einspeisung deutlich variabler ist und sich nicht an feste Tageszeiten binden lässt, einen flexiblen Netzanschluss zuverlässig zu ermöglichen. Ziel ist es, einen weiteren Beitrag zu einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien zu leisten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der SH-Netz Homepage: FCA – Flexible Netzanschlussvereinbarung

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Die HanseWerk-Gruppe

Mehr als 3 Millionen Kunden in Norddeutschland beziehen Strom, Gas oder Wärme direkt oder indirekt über die von der HanseWerk-Gruppe und ihren Tochtergesellschaften betriebenen Energienetze. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Partnern und Kunden moderne und effiziente Energielösungen mit den Schwerpunkten Netzbetrieb, dezentrale Energieerzeugung oder E-Mobilitätslösungen.

Als Partner der Energiewende hat die HanseWerk-Gruppe in den letzten Jahren über 100.000 Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energie an ihre Netze angeschlossen und betreibt parallel dazu etwa 850 Energieumwandlungsanlagen sowie einen Erdgasspeicher. Die HanseWerk-Gruppe ist ein großer Ausbildungsbetrieb im Norden und engagiert sich in vielen Forschungs- und Innovationsprojekten zur Energiewende. Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt die HanseWerk-Gruppe ihre insgesamt 47 Standorte, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte, den Strom- und Gasnetzbetrieb sowie die Wärme- und Stromerzeugung in mehreren Stufen entsprechend um.

Über die Beteiligung der elf schleswig-holsteinischen Kreise sowie von fast 400 Kommunen sind die Unternehmen der HanseWerk-Gruppe regional sehr stark verwurzelt und unterstützen eine Vielzahl sozialer und kultureller Projekte, wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Hamburger Straßenmagazin Hinz&Kunzt und den Schleswig-Holstein Netz Cup auf dem Nord-Ostsee-Kanal.

Schleswig-Holstein Netz

Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Rund 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 Standorten in Schleswig-Holstein.

SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt SH Netz ihre sämtlichen Standorte, ihre mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen entsprechend um. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel den SH Netz Cup in Rendsburg, das härteste Ruderrennen der Welt.


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