Pressemitteilung —
110-kV-Freileitung zwischen den Umspannwerken Hamburg/Nord und Ulzburg: SH Netz reicht Antrag auf Planfeststellung in Kiel ein
Verteilnetzbetreiber berücksichtigt Bürgeranregungen in der Feinplanung – Öffentliche Auslegung und Bürgersprechstunden ab Mitte Oktober.
Das 110-kV-Freileitungsprojekt von Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) zwischen den Umspannwerken Hamburg/Nord an der Edisonstraße und Ulzburg an der A7 startet in die Planfeststellung. Nach mehrjähriger Vorbereitung hat der Verteilnetzbetreiber die Unterlagen heute (28. August 2026) beim Amt für Planfeststellung Energie (AfPE) in Kiel eingereicht. Darin berücksichtigt sind Anregungen aus den vorangegangenen Bürgerdialogen. Die neue Freileitung ist notwendig, um die 28.000 Bügerinnen und Bürger sowie Gewerbebetriebe in der Großgemeinde Henstedt-Ulzburg gewohnt sicher und zuverlässig über das Umspannwerk Hamburg/Nord in der Edisonstraße mit Strom zu versorgen. Hintergrund ist die Verlegung des Netzverknüpfungspunktes durch den Übertragungsnetzbetreiber TenneT ins neue Umspannwerk Ulzburg an der A7.
„Mit dem Antrag auf Planfeststellung haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht“, sagt Paul Reichardt, zuständiger Projektleiter bei SH Netz. Im Zuge der Feinplanungen hat der Netzbetreiber die Standorte der zwischen 30 und 68 Meter hohen Strommaste verändert und deren Anzahl auf 14 reduzieren können. „Wir sind ganz vielen Wünschen und Forderungen von Bürgerinnen und Bürgern, Behörden und Grundeigentümern nachgekommen“, erklärt Paul Reichardt den Trassenverlauf.
Hervorzuheben ist, dass die 110-kV-Freileitung den Rantzauer Forst vollständig überspannen wird. Dafür wird das Mastgestänge „Doppeleinebene“ verwendet und auf die Nutzung mit vier Stromkreisen optimiert. Im Zuge der Bauausführung sind nur minimale Gehölzeingriffe notwendig. Außerdem wird es keine Überspannung von privat genutzten Flächen und dauerhaften Aufenthaltsorten wie Spielplätze und Häuser geben. „Die maximalen Abstände zur neuen Freileitung gehen weit über gesetzliche Erfordernisse hinaus“, so Paul Reichardt.
Die 110-kV-Hochspannungsleitung dient der Versorgungssicherheit von Henstedt-Ulzburg und der Netzstabilität in der Region. Denn mit Inbetriebnahme des noch im Bau befindlichen Umspannwerks Ulzburg an der A7 verlagert der Übertragungsnetzbetreiber TenneT den Netzverknüpfungspunkt an den neuen Standort. Die Höchstspannungsleitungen werden dazu von 220 auf 380 kV aufgerüstet. Gleichzeitig endet nach Jahrzehnten der gemeinsame Betrieb des 220-/110-kV-Umspannwerks Hamburg/Nord. Die Folge: SH Netz muss das künftig allein betriebene Umspannwerk in der Edisonstraße an den TenneT-Standort an der A7 westlich von Henstedt-Ulzburg anbinden.
Gelingen soll das durch eine rund vier Kilometer lange Freileitung, die weitestgehend parallel entlang der bestehenden Stromtrasse am südlichen Rand von Henstedt-Ulzburg realisiert wird. Die Stromleitung mit vier Systemen führt vom Umspannwerk Hamburg/Nord im Ortsteil Rhen entlang des Kiefernwegs und überspannt den Rantzauer Forst bevor sie kurz vor der A7 im neuen Umspannwerk Ulzburg endet. Neben dem Gemeindegebiet von Henstedt-Ulzburg werden die Stadt Norderstedt und die Gemeinde Quickborn von dem Projekt berührt. Aufgrund rechtlicher Vorgaben entfällt der Erdkabelvorrang (§43 Abs. 3 Satz 2 EnWG und §43 h EnWG).
Nach Prüfung durch das AfPE sollen die Unterlagen voraussichtlich ab Mitte Oktober für acht Wochen öffentlich ausgelegt werden. Um die Einwohnerinnen und Einwohner genauer über das wichtige 110-kV-Freileitungsprojekt zu informieren, wird SH Netz im Zeitraum der öffentlichen Auslegung auch Bürgersprechstunden anbieten. Mit dem Planfeststellungsbeschluss rechnet der Verteilnetzbetreiber im dritten Quartal 2027, so dass die Bauarbeiten im Jahr 2028 beginnen können.
Weitere Informationen gibt es hier: Ulzburg – Hamburg/Nord.
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Schleswig-Holstein Netz
Schleswig-Holstein Netz (SH Netz) betreibt für rund 2,8 Millionen direkt oder indirekt angeschlossene Kunden Strom- und Gasleitungen in mehr als 900 Kommunen in Schleswig-Holstein. Rund 400 schleswig-holsteinische Kommunen halten Anteile an SH Netz. Sie haben umfangreiche Mitspracherechte und erhalten eine Garantiedividende. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 30 Standorten in Schleswig-Holstein.
SH Netz hat als Partner der Energiewende bereits zehntausende Windräder und Solaranlagen an das Stromnetz angeschlossen. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen Energielösungen wie Smart-City-Anwendungen und unterstützt den Ausbau der Elektromobilität. SH Netz engagiert sich in Innovationsprojekten für mehr Klimaschutz. Dazu gehören beispielsweise Einspeiseanlagen, mit denen Biogas oder aus Windstrom produzierter Wasserstoff ins Erdgasnetz aufgenommen werden kann, oder staatlich geförderte Forschungsprojekte.
Auf dem Weg zur Klimaneutralität stellt SH Netz ihre sämtlichen Standorte, ihre mehrere hundert Fahrzeuge umfassende Flotte sowie den Strom- und Gasnetzbetrieb in mehreren Stufen entsprechend um. Außerdem unterstützt das Unternehmen seit vielen Jahren den regionalen Spitzen- und Breitensport in Schleswig-Holstein, zum Beispiel den SH Netz Cup in Rendsburg, das härteste Ruderrennen der Welt.