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Blog-Eintrag -

Ein deutschlandweit innovatives System – das Auslastungsmonitoring

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Auslastungsmonitoring“? Und wie kann diese innovative Technologie von Schleswig-Holstein Netz dabei helfen, mehr Grünstrom in unser Netz einzuspeisen? Das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Stell dir vor, unsere Hochspannungsleitungen wären Autobahnen. Jede Autobahn hat einen Standstreifen. Dieser bietet zwar in der Theorie Platz für eine weitere Fahrspur. Er ist aber in der Praxis dafür vorgesehen, bei Notfällen eine Ausweichmöglichkeit zu schaffen. Genau so etwas haben unsere Hochspannungsleitungen auch: Sie sind immer mit einer Reserve ausgestattet. Sie soll im Falle einer Störung auf der Hauptleitung den Stromfluss weiter garantieren.

Doch nun stell dir vor, wir könnten uns diese Reserveleitung zu Nutze machen. Wir würden die vorhandenen Übertragungskapazitäten voll ausnutzen, ohne unser Netz ausbauen zu müssen.

Reserven im Stromnetz nutzen

Genau das macht das sogenannte Auslastungsmonitoring (ALM) von SH Netz. Das ALM schafft für unsere Netzleitstelle die Möglichkeit, Reserven im Hochspannungsnetz, die für Störfälle vorgehalten werden, optimal für den Regelbetrieb zu nutzen. Damit kann auf einfache Art und Weise – ohne Netzausbau - mehr eingespeister Grünstrom übertragen werden. So wird auf einem mit ALM ausgerüsteten Teil des Stromnetzes eine bis zu 100 Prozent gesteigerte Übertragungskapazität für Erneuerbare Energien möglich, ohne die Netzstabilität oder die Versorgungssicherheit zu gefährden. Pro ALM-System können durchschnittlich 160 Megawatt (MW) an Wind- und Solarenergie zusätzlich übertragen werden – das entspricht dem Jahresbedarf von 100.000 Haushalten.

Mehr Energie, weniger CO2

Der Einsatz von ALM hat weitere Vorteile: Da Abregelungen von Erneuerbare-Energien-Anlagen samt entsprechenden Entschädigungen reduziert werden können, sinken auch die Kosten für die Stromverbraucher. Die innovative Technologie trägt außerdem dazu bei, CO2-Emissionen in der Energieerzeugung zu reduzieren. Denn durch die Steigerung des Anteils an Erneuerbaren Energien im Strommix wird die Dekarbonisierung des Verkehrs- und Wärmesektors nachhaltig gestützt.

Ausgezeichnete Technologie

Für die Entwicklung der innovativen Auslastungsmonitoring-Technologie ist SH Netz mit dem „Umweltpreis der Wirtschaft 2025“ ausgezeichnet worden. Den Preis nahmen Lisa Hebenstreit, Geschäftsführerin von SH Netz, und Hauke Jürgensen, Projektleiter Auslastungsmonitoring bei SH Netz, im November 2025 entgegen. „Mit dem Auslastungsmonitoring setzt die Schleswig-Holstein Netz GmbH eine Technologie ein, die die Übertragungskapazitäten für grünen Strom steigert, ohne die Versorgungssicherheit oder die Netzstabilität zu gefährden und trägt so ganz maßgeblich zum Klimaschutz bei“, sagte Dr. Philipp Murmann, Präsident der Unternehmensverbände Hamburg und Schleswig-Holstein (UVNord) und Vorsitzender der Studien- und Fördergesellschaft Schleswig-Holstein, in seiner Laudatio.

Bereits im Februar war SH Netz beim Deutschen Innovationspreis 2025 mit dem Auslastungsmonitoring unter den TOP 3 in der Kategorie „Großunternehmen“ vertreten. Für den unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz ausgelobten Deutschen Innovationspreis 2025 hatten sich mehr als 120 Unternehmen beworben.

Diese Technik steckt hinter ALM

Das ALM-System besteht aus einer intelligenten Zentraleinheit, die über Kommunikationsverbindungen mit Mess- und Auslöseeinheiten verbunden ist und durch das Netzleitsystem überwacht wird. Die Messeinheiten werden in den 110.000-Volt-Schaltfeldern der Umspannwerke installiert, während die Auslöseeinheiten in den Trafoschaltfeldern der EE-Einspeisungen eingebaut werden. Die Auslöseeinheiten dienen dazu, den Leistungsschalter des Transformators zu öffnen und damit den EE-Einspeiser im unwahrscheinlichen Störungsfall vom Netz zu trennen. Das System reagiert innerhalb von Millisekunden automatisch auf Netzbelastungen.

Wie das Auslastungsmonitoring praktisch funktioniert, zeigt euch dieses Video:


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